Ausstellung in Dresden: Platte Ost/West. Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise
Das Bauen mit vorgefertigten Tafeln – heute allgemein Plattenbau genannt – hat nicht nur die DDR stark geprägt. Auch in Westdeutschland gab und gibt es zahlreiche Bauten dieser Art. Unzählige Wohnungen entstanden vor allem in den 1960er bis 1980er Jahren in dieser Bauweise. Doch warum baute man so? Was waren die Vorteile, was die Nachteile? Was machte das Wohnen in der Platte aus und warum ist das Image der Bauten so schlecht? Heute brauchen wir wieder dringend viele neue Wohnungen. Es wird auf modulares, serielles Bauen gesetzt. Hat die Platte also eine Zukunft?
Die Ausstellung stellt die Entwicklung des Plattenbaus fokus-siert auf den Wohnungsbau und im ständigen Vergleich von ost- und westdeutschen Entwicklungen vor. Sie zeigt, wann und warum die Idee des industriellen Wohnungsbaus aufkam, wie die dafür erforderlichen Strukturen entstanden und der Plattenbau sich in den folgenden Jahrzehnten bis heute weiterentwickelte. Es wird anhand verschiedener thematischer Vertiefungen, wie z. B. zu Wohnkomplex und Siedlungsbau, Wohnen, baugebundener Kunst, dem Image der Platte oder dem Umgang mit der Altstadt vorgestellt, wie auf Bedarfe und Entwicklungen reagiert wurde. Für die Zeit nach 1990 präsentiert die Ausstellung vielfältige Möglichkeiten, baulich und sozial verträglich mit bestehenden Siedlungen umzugehen und diese zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Abschließend gibt die Ausstellung einen Ausblick in die Zukunft.
Das Thema Plattenbau wird nicht rein bauhistorisch betrachtet, sondern bezieht konsequent immer wieder die Perspektive der Bewohnenden und Bauschaffenden mit ein. Dazu dienen unter anderem in Dresden-Prohlis und Köln-Chorweiler für die Ausstellung neu produzierte Interviews mit Bewohnenden. Aber auch die beteiligten Architektinnen und Architekten berichten in Videos von den Umständen des Bauens aus ihrer persönlichen Perspektive.
Text: Stadtmuseum Dresden (gekürzt)
Freitag, 27. Februar 2026
Eröffnung, 19 Uhr
28. Februar-29. November 2026
Ausstellung
Ort: Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2, 01067 Dresden
