Ausstellung in Kassel: Katt Both. Bauhaus-Architektin aus Kassel.
Katt Both ist Exempel für Architektinnen, die hinter ihrem Werk unsichtbar bleiben. Obwohl Katt Both maßgeblich an der Entwicklung wesentlicher Projekte des „Neuen Bauens“ der 1920er- und 30er-Jahre beteiligt war, etwa des Marie-von-Boschan-Aschrott-Altersheims und der Rothenbergsiedlung in Kassel, ist sie heute weitgehend vergessen. Eine Ausstellung in der Kunsthochschule Kassel vom 11. Februar bis 8. März bringt Licht in die Geschichte und zeigt anhand originaler Fotos, Pläne und Dokumente unter anderem die sehr produktive Phase von Katt Both bis 1933.
Die Ausstellung wird veranstaltet vom Fachgebiet Entwerfen und Gebäudelehre der Uni Kassel. Auslöser und Grundstock ist der jüngst wiederentdeckte Nachlass der Architektin, Designerin und Fotografin, die 1905 in Waldkappel geboren wurde und 1985 in Kassel starb. Ein Beiprogramm setzt den zeitaktuellen Diskurs zu den Ausstellungsthemen fort.
Die Emanzipation einer jungen talentierten Frau, von der Kunstgewerbeschule Kassel kommend, über die Burg Giebichenstein in Halle zum Bauhaus, ihre fotografischen Experimente und Selbstinszenierungen als Neue Frau, dazu ihre ersten beruflichen Stationen bei Fred Forbat, den Gebrüdern Luckhardt und Alfons Anker in Berlin und im Büro Otto Haesler, eigene Projekte sowie ihr Engagement für soziale, gebrauchsorientierte und neue gemeinschaftliche Wohnformen sind alle dem Glauben an eine neue und demokratische Gesellschaft verpflichtet. Aschrott-Altersheim und Rothenbergsiedlung in Kassel, an denen sie mitwirkte, sind heute Ikonen der Moderne und wurden 1932 in der legendären Ausstellung „Modern Architecture“ im MoMA Museum of Modern Art in New York gezeigt. Der Kasseler Oberbürgermeister Hans Herbert Stadler reiste damals extra zur Eröffnung.
Die Ausstellung wird eröffnet am 10. Februar 2026 um 18 Uhr, es sprechen der Schirmherr Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller und die Präsidentin der Uni Kassel, Prof. Dr. Ute Clement. Abschluss und Finissage ist der 8. März, der Weltfrauentag. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr.
Text: Uni Kassel (gekürzt)
Dienstag, 10. Februar 2026
Eröffnung 18 Uhr
11. Februar-08. März 2026
Ausstellung
Ort: Ausstellungshalle der Kunsthochschule, Menzelstraße 13, 34121 Kassel
