Ausstellung in Stuttgart - Semantik und Erzählkraft von Material und Form Lohrmannarchitekten

Bauwerke vermitteln jenseits ihrer Funktion auch eine Bedeutung. Sie manifestiert sich über Typus und Form, besonders aber über die verwendeten Materialien sowie deren Fügung. Diese semantischen Erzählungen sind für das Stuttgarter Büro lohrmannarchitekten wichtige Pfeiler ihrer Arbeit. Ihre Ausstellung in der Raumgalerie zeichnet den komplexen Prozess der Findung einer Gebäudegestalt nach, der Raum, Material, Historie und Wandel einbezieht. Die Ausstellung wurde bereits 2025 bei der Architekturbiennale in Venedig im Palazzo Mora gezeigt und ist nun für die Raumgalerie weiterentwickelt worden.

In der Linguistik bezeichnet Semantik die Lehre von der Bedeutung. Überträgt man dies auf die Architektur, stellen sich diverse Fragen, etwa „Was sagt uns die Sichtbetonwand?“ oder „Welche Bedeutung hat die Fuge, die genau an dieser Stelle und auf diese Art zwei Materialien voneinander trennt?“. Beim Entwerfen müssen ArchitektInnen unzählige Entscheidungen treffen, die das Aussehen eines Gebäudes maßgeblich beeinflussen. Die Semantik von Architektur ist eine Möglichkeit, die Aura eines Bauwerks genau zu bestimmen. Hinzu kommt die Erzählkraft auf emotionaler Ebene. Die Wahl der Oberflächen, ihre Haptik, das Licht, die Form und die Topografie führen einen Dialog mit ihrer Umgebung. Diese kontextuelle Narration ist es, die ein Gebäude zu einem Bauwerk für die Menschen macht. Die Architekturen von lohrmannarchitekten sind deshalb oft nicht laut, sprechen dafür aber bestimmter, präziser Stimme. Sie sind reduziert, um die Essenz des Bauens freizulegen – eine Haltung, die in einer immer komplexeren Welt eine beruhigende Beständigkeit ausstrahlt.

Text: Der Raumjournalist (gekürzt)

Mittwoch, 25. Februar 2026
Eröffnung, 18:30 Uhr
26. Februar-18. April 2026
Ausstellung
Ort: Die Raumgalerie, Ludwigstraße 73, 70176 Stuttgart

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